Über ÖJD

Die Ökumenischen Jugenddienste (ÖJD) sind ein internationales Workcamp-Programm, welches 1956 in der DDR ins Leben gerufen wurde. Gefördert werden die Ökumenischen Jugenddienste durch Mittel des Kinder- und Jugendplanes des Bundes (Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) – Herzlichen Dank an unsere Förderer und Unterstützer*innen! Durch diese Unterstützung beträgt die Workcamp-Anmeldegebühr für Teilnehmende nur 20 Euro!

Heute ist das Amt für kirchliche Dienste (AKD) der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) Träger der Ökumenischen Jugenddienste.

Unsere Workcamps sind Arbeitseinsätze von jungen Menschen (18 – 26 Jahre alt – In Ausnahmefällen auch ab einem Alter von 17 Jahren) aus ganz Europa. Wir engagieren uns in sinnvollen, gesellschaftlich relevanten Projekten und bieten Gelegenheit zum internationalen Austausch.


Die Workcamp-Idee: Wie alles begann
Als Begründer der Workcamp-Idee gilt der Schweizer Pierre Cérésole, der 1920 den Service Civil International (SCI) ins Leben rief. Im Winter 1920/21 fand das erste internationale Workcamp, damals als Aufbaulager bezeichnet, in dem Dorf Esnes bei Verdun mit 8 Teilnehmern statt. Das Dorf war noch einige Jahre zuvor das größte Kampfgebiet des 1. Weltkrieges gewesen.

Ähnlich wie beim Service Civil International entstand die Idee der ökumenischen Workcamps aus einer Nachkriegssituation (2. Weltkrieg) heraus. Jugendarbeit nach 1945 war schwierig und fand in den ökumenischen Workcamps eine besondere Ausprägung. Bewusst ökumenisch ausgerichtet waren diese internationalen Workcamps ein Angebot, in dem junge Menschen sich durch gemeinsame Arbeit und Andacht, durch gemeinschaftliches Bibelstudium und durch soziale und politische Diskussionen einander näher kommen konnten.

Die Ziele aller Organisationen, die in Bereich der internationalen Jugendarbeit tätig waren bzw. sind, können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Pädagogische Ziele: persönliche Entwicklung der Teilnehmenden, Umgang und Zusammenleben mit Fremden und Förderung von Selbstverantwortung und sozialem Engagement
  • Politische Ziele: Förderung der Völkerverständigung und Versöhnung
  • Sozialethisches Ziel: Förderung des Bewusstseins zu umfassender Verantwortung und dem Willen zu gegenseitiger Hilfe
  • Frieden als Ziel: Förderung des Weltfriedens, dadurch dass sich Nationen gegenseitig achten, Völker untereinander Solidarität üben und alle Menschen für ein gemeinsames Vorankommen zusammenarbeiten

Zeittafel der Ökumenischen Jugenddienste:

1946 Offizielle Bildung einer Kirchlichen Jugendkammer in der DDR durch die 4. Kirchliche Ostkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) – Berliner Stelle.
1950 Die Jugendkammer wird zur „Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend“ erweitert.
1955 Die Gossner Mission führt im Sommer das 1. Aufbaulager in Berlin-Karlshorst an der Kirche „Zur Frohen Botschaft“ durch.
1956 1. Ökumenisch-internationales Aufbaulager in der DDR, organisiert von der Gossner Mission und dem Jugendreferat des Ökumenischen Rates der Kirchen und dem Nationalen Aufbauwerk
1957 Die Evanelische Jugendkammer-Ost übernimmt die Aufbaulager als Fachgebiet. Der „Ökumenische Arbeitskreis der Evangelischen Jugend in der DDR“ wird gegründet. Parallel zu dem Arbeitskreis bilden sich Regionalkreise innerhalb der DDR, BRD, den Niederlanden, Großbritannien und Skandinavien.
1958 Beginn der jährlichen Osterkonferenz von jungen Leuten aus Ost- und Westeuropa.
1967 Erweiterung der Aufbaulagerarbeit – Errichtung eines Ökumenischen Referats mit einer dazugehörigen Dienststelle: „Ökumenischer Jugenddienst“. Die bis dahin übliche Bezeichnung „Ökumenische Aufbaulager“ wird durch den Namen „Ökumenische Jugenddienste – ÖJD“ abgelöst. Der Ökumenische Jugenddienst übernimmt eine Vielzahl von Aufgaben zur Förderung der Ökumene im nationalen und internationalen Rahmen. Es gibt folgende Arbeitsbereiche:

  1. Ökumenische Jugenddienste (Workcamps)
  2. Internationale Beziehungen
  3. Die INFORMATION (Zeitschrift)
  4. Konferenzen und Seminare

Die internationalen Workcamps stellen bei der Dienststelle „Ökumenischer Jugenddienst“ den Ausgangspunkt und Kernbereich dar. Pro Jahr werden 8-10 Camps mit ca. 120 – 150 Teilnehmenden durchgeführt. Ungefähr 30 – 50% der Teilnehmer*innen kommen nicht aus der DDR.
1989 Nach Wiedervereinigung beider deutschen Staaten wird die Dienststelle „Ökumenischer Jugenddienst“ mit seinen verschiedenen Arbeitsbereichen aufgelöst.
1991 wird die Workcamp-Arbeit des Ökumenischen Jugenddienstes (die Ökumenischen Jugenddineste) als einziger Arbeitsbereich von der aej (Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.) mit der Begründung übernommen: „Die Workcamps werden auch in Zukunft wichtige Erfahrungsfelder für das Erleben ökumenischer Gemeinschaft, interkulturellen Lernens und praktischer gemeinnütziger Arbeit darstellen… .“
1995 Aufgrund der strukturellen Veränderungen in der zentralen evangelischen Jugendarbeit richtet die aej in Berlin eine Projektstelle in Zusammenarbeit mit dem damaligen Amt für Evangelische Jugendarbeit – Stadtjugendpfarramt Berlin für die Weiterführung des Workcamp-Programms „Ökumenische Jugenddienste“ ein.
1998 Das Amt für Evangelische Kinder- und Jugendarbeit in Berlin und Brandenburg ist alleiniger Träger des Workcamp-Programms. Das Workcamp-Programm ist ein Angebot für alle Landeskirchen in Deutschland.
2004 Durch Fusion der Landeskirchen Berlin-Brandenburg und Schlesische Oberlausitz ist für das Workcamp-Programm der Ökumenischen Jugenddienste das Amt für Evangelische Kinder- und Jugendarbeit Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz zuständig
2006 Ab Frühjahr 2006 ist das Amt für kirchliche Dienste der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz Träger des ÖJD. Im Amt für kirchliche Dienste sind u.a. vereint: Bildungswerk, Arbeit mit Kindern, Konfirmandenarbeit, Jugendarbeit, Kulturelle Jugendbildung, Sozialdiakonische Jugendarbeit, Familienbildung, Frauenarbeit und Männerarbeit.

Eine Examensarbeit aus dem Jahr 1999 befasst sich mit den beziehungen des Ökumenischen Jugenddienstes zum Ökumenischen Jugendrat in Europa (EYCE).

Freundeskreis ökumenischer Aufbaulager in Berlin und der DDR